Voraussetzungen für die Waffenbesitzkarte

   

 

In Deutschland regelt das Waffengesetz streng, wer eine Waffenbesitzkarte erhalten kann. Die allgemeinen Voraussetzungen nach § 4 WaffG hierfür sind:

 

  • Volljährigkeit
  • Zuverlässigkeit nach § 5
  • Persönliche Eignung nach § 6
  • Sachkundenachweis (SKN) mit vorausgegangenem Lehrgang § 7 (Erben ausgenommen)
  • Bewiesene waffenrechtliche Bedürftigkeit nach § 8 und §14

 

Sachkunde und Bedürfnis

 

Der Sachkundenachweis (§ 7 WaffG, §§ 1 bis 3 AWaffV) wird nur ausgestellt, wenn an einem entsprechenden Lehrgang teilgenommen wird. Dieser muss bei einer autorisierten Einrichtung erfolgreich abgeschlossen werden. Für Jäger ist der SKN die Jägerprüfung.

 

Da es in Deutschland kein „Recht auf Waffenbesitz“ gibt, wie es z. B. in den USA der Fall ist, muss hier eine Bedürftigkeit nach § 8 nachgewiesen werden.

 

  • Jagdausübung (§ 13)
  • Sportschießen (§ 14)
  • Sammeln von Waffen nach kulturhistorisch bedeutsamen Gesichtspunkten (§ 17)
  • Waffensachverständige (§ 18)
  • Selbstschutz (§ 19)

 

Personen, die sich eine Waffe zum Selbstschutz zulegen möchten, haben es sehr schwer und bekommen häufig keine Erlaubnis. Es muss nachvollziehbar sein, dass ihr Leben mehr als das der restlichen Gesellschaft gefährdet ist und der Besitz einer Waffe dazu beiträgt, dieses zu schützen (§ 19 Abs. 1).

 

Hierbei kann es dann auch dazu kommen, dass das Führen in der Öffentlichkeit, also außerhalb des eigenen Geländes, genehmigt wird, allerdings können meist nur Werttransportunternehmen und Bewachungsunternehmer ihr Bedürfnis von des § 19 geltend machen.

 

 

Die Grüne Waffenbesitzkarte

 

  • Wird nach § 10 WaffG erteilt
  • Für Jäger in Verbindung mit § 13 WaffG
  • Für Sportschützen nach § 15 WaffG anerkannten Verbandes in Verbindung mit § 14 WaffG

 

Erlaubnis für:

 

  • Mehrschüssige Pistolen
  • Selbstladeflinten
  • Repetierflinten
  • Halbautomatische Langwaffen
  • (Kleinkaliber)-Revolver

 

Jede einzelne Waffe muss bei der Behörde beantragt werden. Daraufhin wird ein „Voreintrag“ vorgenommen, der ein Jahr gültig ist. In dieser Zeit muss die Waffe erworben werden, sonst verfällt er. Eine Ausnahme bilden Jäger, welche einen gültigen Jahresjagdschein besitzen. Sie dürfen Langwaffen auch ohne Voreintrag erwerben, haben aber laut § 13 Abs. 3 Waffen-Gesetz die Pflicht, diese innerhalb 14 Tagen anzumelden.

 

Regelbedürfnis: 2 Mehrschüssige Kurzwaffen + 3 halbautomatische Gewehre.

 

Pflichten: Es muss regelmäßig an einem Schießtraining teilgenommen werden, wobei hier keine genaue Definition vorliegt. Daher sollte sich zuvor darüber informiert werden. Der Sächsische Schützenbund verlangt 12 Trainingseinheiten, während 24 in den sächsischen BDS-Vereinen vorgeschrieben wird, damit eine Verbandsbescheinigung ausgestellt wird. Generell ist es gut, wenn sich auf 1-2 Einheiten im Monat eingestellt wird. Dies wird vor allem dann Pflicht, wenn der Bundesrat die Verwaltungsvorschrift beschließt.

 

 

Die Gelbe Waffenbesitzkarte

 

Schützen des Sports erhalten die Gelbe, wenn sie einem anerkannten Verband nach § 14 Abs. 4 Waffengesetz angehören, wie er in § 15 Waffengesetz definiert wird.

 

Kauferlaubnis für:

 

  • Mehrschüssige Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussionswaffen)
  • Einzellader mit glatten und gezogenen Läufen
  • Einläufige Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition
  • Repetierlangwaffen (mehrschüssig) mit gezogenen Läufen

 

Regelbedürfnis: 2 Waffen in 6 Monaten, ansonsten keine Einschränkung

 

Pflichten: Der Kauf muss bei der Waffenbehörde innerhalb von 14 Tagen angemeldet werden. Zudem ist es festgelegt, dass nur Waffen erworben werden dürfen, die in der Disziplin der Sportordnung Schießsportverbandes, welcher entsprechend anerkannt wurde, zugelassen sind.

 

 

Die Rote Waffenbesitzkarte

 

Für Sammler und Waffensachverständige nach § 17 Waffengesetz und Waffensachverständige nach § 18 Waffengesetz gibt es die Rote.

 

Kauferlaubnis für:

 

  • Schusswaffen bestimmter Art
  • Bestimmtes Sammelgebiet
  • „Schusswaffen aller Art“ (besondere Fälle)

 

Pflichten: Innerhalb von 14 Tagen § 17 und von 3 Monaten nach § 18 muss der Kauf eingetragen werden.

 

Spezielle Voraussetzungen der einzelnen Bedürfnisgruppen

 

Die einzelnen Bedürfnisgruppen haben mitunter sehr spezielle Voraussetzungen auferlegt bekommen, um die WBK beantragen zu dürfen. Die wichtigsten Punkte erläutern wir hier.

 

Sportschützen

 

  • Mindestalter: 21 Jahre bzw. 18 Jahre für bestimmte Waffen
  • Unter 25 und erster Antrag: MPU über geistige Eignung
  • Verbandsbescheinigung
  • Sportverband muss nach §15 Abs. 2 WaffG anerkannt sein
  • Regelmäßige Schießsportteilnahme (1x monatlich bzw. 18 Tage im Jahr) mit der beantragten Waffe
  • Beantragte Waffe muss der Sportordnung unterliegen

 

Jäger

 

  • Jahresjagdschein entbindet vom Bedürftigkeitsnachweis
  • Als Jagdwaffen und Jagdmunition gelten solche, die nicht verboten sind (z. B. §19 Abs. 1 BjagdG)

 

Brauchtumsschützen

 

  • Bedürfnisnachweis durch Bescheinigung des Brauchtumsschützenvereins

 

Gefährdete Personen

 

  • Rein die persönliche Gefährdung, die höher als das der Allgemeinheit liegt, muss glaubhaft gemacht werden und konkret vorliegen
  • Schützenswertes Eigentum, Angstgefühl, Gefährdungsszenarien zählen nicht
  • Besitz der Waffen und Munition muss geeignet und erforderlich sein
  • Verteidigung muss gewährleistet werden können, d. h. Verteidigung gegen einen Bombenanschlag ist nicht möglich

 

Bewachungsunternehmen

 

  • Sicherungsgründe vorausgesetzt, darf die Schusswaffe nur im Rahmen eines Auftrages geführt werden
  • Nach Ende des Auftrages muss die Waffe nach §13 BewachV ordnungsgemäß zurückgegeben und gesichert verwahrt werden
  • Sollen Waffen in der Öffentlichkeit geführt werden, braucht es einen Waffenschein

 

Erben

 

  • Inbesitznahme muss unmittelbar gemeldet werden
  • Innerhalb eines Monats nach der Erbschaftsannahme muss die Eintragung in die WBK erfolgen
  • Besitz aus Erbschaft bildet benötigtes Bedürfnis
  • Erwerb von Munition ist untersagt
  • Munition kann nicht übernommen werden, es sei denn, der Erbe besitzt eine Munitionserwerbserlaubnis
  • Ausnahme: Vererbung einer Munitionssammlung
  • Besteht keine waffenrechtliche Erlaubnis, müssen die Waffen mit einem Blockiersystem ausgestattet werden